Masterband-Kopien

Warum diese ganzen Bandmaschinen? Nun erstmal, um damit rein analoge Aufnahmen von Musikern/Bands zu erstellen und natürlich um Masterbandkopien anzuhören. Was ist das eigentlich? Dies sind zum Großteil Bänder in 38cm/sek. und 1/4 Zoll Breite, die im Analogen Zeitalter zu den Schallplattenpresswerken geschickt wurden, um davon Matrizen anzufertigen. Die Dynamik musste für den Schneidvorgang reduziert werden und auch die Klangqualität litt durch die Galvanisierungsvorgänge. Zudem wurden mit einer Matrize bis über 2000Stck. Schallplatten gepresst. Auch hier velor diese zunehmend an Qualität. Wir besitzen einige Bänder von Privatkonzerten, die so nie veröffentlicht wurden. Gerade Masterbänder aus den späten 50er bis frühen 60er Jahren weisen auch eine unglaublich Spielfreude und Natürlichkeit auf.

Einige wenige Labels produzieren noch heute rein Analog, wie Hemiolia. http://www.hemioliarecords.com/HemioliaEN/Processes/Processes.html

Auch die Analogue Audio Association, ein Verein zur Erhaltung und Förderung der analogen Musikaufnahme und -wiedergabe bietet Masterbandkopien an.

https://aaanalog.de






Studer A80

Ein lang gehegter Traum war diese Masterbandmaschine, auf der Alben, wie „The Turn Of A Friendly Card von Alan Parsons, oder „Dark Side Of The Moon“ von Pink Floyd produziert wurden. Frank Zappa und ABBA waren weitere Künstler, die damit arbeiteten. Pink Floyd war die erste Band, die in den Abbey Road Studios mit einer Studer aufnahmen. Die A80 wurde 1970 vorgestellt und bis 1988 gebaut und war die somit am längsten produzierte Bandmaschine von Studer.

Die hier gezeigte A80 war eine Reservemaschine beim ORF mit nur ca. 400 Betriebsstunden auf dem Zähler.

Ich baute noch 2 RTW Pegelmesser für Ein- und Ausgangspegel ein, welche die Stromversorgung von der Capstan-Speed Buchse erhalten. Der Anschluss befindet sich unter dem Typenschild.

Die Einmessung auf PER528 zeigte einen sehr geraden Frequenzgang. Gemessen bei -10dB unter Bezugspegel.

Nach und nach werden noch alle Tantals durch Elkos oder Folienkondensatoren ersetzt. Die über 40 Jahre alten Elektrolykondensatoren haben bis auf einen alle noch ihre Kapazität und bleiben in der Maschine.

Hier Bewegungs- bzw. Richtungssensor, der auf der rechten Umlenkrolle sitzt. Die Demontage, um die Tantals zu ersetzen, war knifflig.

Die 4 Platinen sind über 3 Steckhülsen verbunden, die hier schon entfernt wurden.
Die roten Teile sind die Tantal
Die 2 schwarzen Scheiben werden über 2 Lichtsensoren abgetastet, um die Bewegung auszulesen.

Am Counter ist auch ein Tantal verbaut, an den man leider nur nach einer kompletten Zerlegung herankommt.

Eine doch recht interessante Bau- bzw. Steckweise…

Nicht zu vergessen, es wurden noch die „Rifas“ – Entstörkondensatoren, auch Knallfrösche genannt, getauscht.

Von diesen Teilen (0,47 µF ) gibt es insgesamt 7 Stück in der Maschine
Hier die gleiche Spooling Motor Platine mit getauschten Rifas und Tantals
Stabilizer Card mit 2 getauschten Tantals. Die 4 goldenen Elkos sind alle noch in der Toleranz. Die 47µF haben noch über 50µF und die Großen 2200µF liegen bei 2135µF, was deutlich in der 50% Toleranz liegt, die Studer angibt.
1.080.396 Attenuator and Preamp vor der Überarbeitung
Hier wurde ein Elko und ein WIMA Folienkondensator eingebaut. Die schwarzen ITT-Tantals verbleiben, da diese durch Widerstände gepuffert sind und somit keine Spannungsspitzen ausgesetzt sind. (Info vom befreundeten E-Ing.)
IC-Memory und Counter Card mit 2 neuen Elkos
Spooling Motor Card
überarbeitet
Contactor Card neu
Capstan Servo Motor Card vorher
danach
Stabilizer Card vor der Überarbeitung
und danach

Anschließend wurden noch die Hybridmodule auf den 4 Audiokarten (blaue Teile) und die Relais auf den Recordkarten ersetzt. Ein Dank hier an Ernst Schmid Elektronik-Entwicklung in München!