2025 besuchte ich mit meiner Abteilung diesen Lautsprecherhersteller in Spanien. Wir waren vom Unternehmen, den Menschen dort, wie auch von der Stadt sehr begeistert! Es gibt in Deutschland Hersteller, die bekannter sind und das möchte ich versuchen zu ändern. DAS Audio gibt es seit 1970 und über 200 Mitarbeiter stellen Produkte für ca. 70 Länder her. Was uns sehr überzeugt hat, war die hohe Fertigungstiefe. Sehr viel wird selbst hergestellt/entwickelt.
Es gibt ein breites Produktspektrum. Vom kleinen Installationslautsprecher bis hin zu komplexen Line Array Systemen für Großveranstaltungen. Im Eingangsbereich sind einige Produkte ausgestellt.
MARA Line Array Modul
Folgend einige Bilder aus der Fertigung. Ein herzliches Dankeschön an Arne. Es ist absolut nicht selbstverständlich, dass dies gestattet wird. Aus der hochkomplexen Entwicklungsabteilung kann ich natürlich keine Bilder zeigen.
Ja, sogar die Gehäuse werden selbst gefräst, verklebt und lackiert!
Der „Vorführraum“
Bei der gehobenen Line Array Serie kann softwareseitig jeder einzelne Treiber per Sweep getestet/angefahren werden!
Auf kleinstem Raum, dafür aber endlich zu Hause. Die JBL 4425 haben neue Schaumstoffsicken von der Lautstprecher Manufaktur erhalten und spielen mit der Mark Levinson 23 in einer Auflösung, wie so nicht zu erwarten war.
Vom Verkäufer des 962 (ehemaligen Tonmeister Unterhaltungsorchester Schweizer Radio) erhielt ich heute einen CALREC, Model RQQ 2200. Dieser wird für die Überspielung der Bandkopien verwendet.
Der BNC-Anschluss hat leider am Mittenkontakt -6V, was die Nutzung von aktuellen LED-Lampen nicht zulässt. Wieder ein Tip von Hans-Joachim Röhrs und schon läuft die Adam Hall Lampe.
Hier leuchtet das gute Stück dann auch schon. Am Summenausgang hängt ein RTW Peakmeter, um die internen PPM´s auf korrekte Anzeige zu überprüfen. Wie man sieht, zeigen die bei 1,55V genau 0dB an.
Es ist noch gut erhalten, aber an einigen Kanalzügen waren die Elkos doch schon am Ende bzw. hatten nur noch die halbe Kapaziät. Da kommt es natürlich nicht ungelegen, dass Freund und Kumpel Johannes sich erst eine Profientlötstation gekauft hatte, diese aber noch nicht ausgepackt war.
Lötstelle mit Stereomikroskop
Glücklicherweise ist das Pult modular/steckbar aufgebaut. In unserer heutigen Wegwerfgesellschaft unvorstellbar.
Wochen später
Hier der Monokanal mit Studerfader in Originalzustand,
und hier mit Penny & Giles Fader
und hier mit neuen Elkos
In einigen neueren Zügen waren noch alle Elkos i.O. und so wurde nur ein Tantal gewechselt.
Bilder über die Zerlegung/Reinigung/Schmierung der Fader
Im Rahmen der Analogue Audio Association e.V. möchte ich rein analoge Aufnahmen von Jazz- und Klassikkonzerten durchführen. Hierzu kaufte ich vom Musikregisseur und Tonmeister des Unterhaltungsorchester des Schweizer Radios ein Studer 962. Dieses Pult kostete in den 80er jahren ca. 30.000 CHF
Das Grundkonzept stammt von Paul Zwicky (Elektronik) und Hermann Stierli (human engineering). In der Studiotechnik werden symmetrische Audioleitungen verwendet, wobei der Eingang eine möglichst hohe Gleichtaktunterdrückung aufweisen soll. Studer hatte immer die Pflichtenhefte des Rundfunks zu erfüllen, welche bei ca. 60dB lagen. Da damals Eingangsübertrager teilweise in Bezug auf Frequenzgang und Verzerrungswerte einen schlechten Ruf hatten, setzte man vermehrt auf aktive trafolose Eingangsschaltungen. Diese haben allerdings auch Nachteile, wie eine ungenügende Gleichtaktunterdrückung bei tiefen Frequenzen und eine reduzierte maximale Eingangsspannung.
Akzeptiert man dies nicht, so muss der Transformator unweigerlich so gut gebaut werden, dass dieser die Anforderungen entspricht. Der Klirrfaktor soll also max. 0,1% betragen und eine Eingangsspannung bei 30Hz von +6dBU möglich sein. Soll der Eingangswiderstand die 100Ohm nicht überschreiten, so liegt das Volumen dieses Transformators laut der schweizer Zeitschrift Swiss Sound bei 40cm³, das Gewicht bei 200Gramm und er würde 30Dollar kosten (damals).
Für die Regiepulte 961/962 musste also eine Lösung gefunden werden, welche noch geringere Verzerrungen aufweist und zudem finanzierbar ist.
Die Lösung war eine Seriengegenkopplung auf den Primärkreis. (Die Informationen stammen aus dem SwissSound-Artikel. Ich bin zuwenig elektronisch bewandert hierfür. )
Quelle: SwissSound11-1
Die Details kann man in den Artikel nachlesen. Jedenfalls war der Patentinhalt ein Produkt, welches nur 33Gramm wog und 6 Dollar kostete.
Die Gleichtaktunterdrückung lag bei 50-60Hz bei größer 120dB, bei 4kHz waren es größer 90dB.
Der Frequenzgang bei 10Hz -0,1dB, 16kHz 0dB und 66kHz -3dB.
Die Tieftonübertragungsqualität kleinvolumiger Übertrager war also an die der großen Übertrager angekommen. Zwicky ist das so eindrucksvoll gelungen, dass der Übertrager noch heute im Neutrik NRM4 und NTL1 gebaut wird.
Diese spezielle Luxusversion ist ausschließlich im 961/962 verbaut. In größeren Pulten ist eine abgespeckte Version integriert.
Herzliche Dank für die viele Hilfe und Informationen an Hans-Joachim Röhrs – Tonmeister VDT, der die Entwickler noch persönlich kennt/kannte.